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Zwischenzeugnis

Es gibt keine gesetzlich normierte Anspruchsgrundlage auf Erteilung eines Zwischenzeug­nisses. Gleichwohl ist in der arbeitsrechtlichen Rechtsprechung und Literatur anerkannt, dass Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis verlangen können, wenn sie ein berechtigtes Interesse an der Zeugniserteilung haben. Ein derartiges Interesse kann sich insbesondere aus dem Wechsel eines Vor­gesetzten, aus einer Änderung des Konzern- oder Unternehmensgefüges, aus einer Ver­setzung oder aus einer anstehenden längeren Arbeitsunterbrechung, z. B. wegen Elternzeit oder Wehr- oder Zivildienst, ergeben.

Auch für den Fall, dass der Arbeitnehmer das Zwischenzeugnis als Bewerbungsunterlage be­nötigt, wird ein berechtigtes Interesse im o. g. Sinne angenommen. Das ist z. B. der Fall, wenn die Beendigung des Arbeitsverhältnisses bevorsteht, etwa weil eine Kündigung ausgesprochen wurde oder ausgesprochen werden soll oder der Abschluss eines Aufhebungsvertrages ver­handelt wird. Zur Form und zu dem Inhalt eines Zwischenzeugnisses gilt das gleiche wie beim Schlusszeugnis (Arbeitszeugnis).

Rechtsanwalt Armin Rudolf
Fachanwalt für Arbeitsrecht