• emotionheader

Straining

Der Begriff Straining beschreibt eine bewusste, vorsätzlich herbeigeführte Belastungssituation, unter der das Straining-Opfer psychisch und/oder physisch erkrankt und unter dem aufgebauten Druck regelrecht zusammenbricht. Während das so genannte Mobbing für die systematische und auf längere Zeit angelegte Anfeindung und Diskriminierung von Arbeitnehmern steht, stellt das Verhalten, das unter den Begriff Straining fällt, darauf ab, dass es auch einmalige Ereignisse am Arbeitsplatz mit weit reichenden dauerhaften und rechtlich relevanten Folgen gibt. Der Begriff Straining wird abgeleitet vom Englischen Verb „to strain“, was für „belasten“, „überanstrengen“ und „strapazieren“ steht. Das Schwergewicht beim Straining liegt demgemäß im Gegensatz zum Mobbingverhalten auf der arbeitsbedingten psychischen oder physischen Mehrbelastung von Arbeitnehmern und den damit verbundenen dauerhaften Folgen, wie sie sich beispielsweise bei einer so genannten „burn-out“-Erkrankung zeigen. Straining erfasst somit ein Verhalten, bei dem bereits eine einzelne Handlung zu einer dauerhaften Persönlichkeitsrechtsverletzung führt oder bleibende Gesundheitsschäden hervorruft.

Beispiele für solches Verhalten sind Anordnungen zum Wechsel von Arbeitsaufgaben und/oder des Arbeitsplatzes, wenn dies mit dem Verlust von beruflichen Chancen einhergeht und quasi das Ende einer Karriere bedeutet. Eine Änderung der Arbeitsaufgaben kann selbstverständlich nur dann als feindselige Handlung angesehen werden, wenn es sich um eine gravierende Veränderung der Arbeitsplatzsituation handelt, die auf eine Schädigung des betroffenen Arbeitnehmers abstellt und somit nicht mehr von dem dem Arbeitgeber zustehenden Direktionsrecht gedeckt wird.

Rechtsanwalt Armin Rudolf
Fachanwalt für Arbeitsrecht
RITTER GENT COLLEGEN, Hannover