• emotionheader

Kündigung vor Arbeitsantritt

Es ist grundsätzlich möglich, das Arbeitsverhältnis bereits vor Aufnahme der Arbeit durch den Arbeitnehmer wieder zu kündigen, wenn die Vertragsparteien dies nicht ausgeschlossen haben. In einem solchen Fall kann die Kündigungsfrist entweder ab dem Zeitpunkt des Zugangs der Kündigungserklärung oder ab dem Zeitpunkt des Arbeitsantritts zu laufen beginnen. Haben die Arbeitsvertragsparteien den Zeitpunkt, in dem bei einer Kündigung vor Arbeitsantritt die Kündi­gungsfrist zu laufen beginnt, nicht ausdrücklich im Arbeitsvertrag geregelt, so muss dies im Wege der ergänzenden Vertragsauslegung unter Abwägung der beiderseitigen Parteiinteressen ermittelt werden.

Haben die Vertragspartner bspw. eine über das gesetzliche Maß hinausgehende Kündigungs­frist vereinbart, so spricht dieser Umstand dafür, dass sie das Arbeitsverhältnis für eine be­stimmte Zeit durchführen wollten. Dann erscheint es unter Abwägung der beiderseitigen Inte­ressen sachgerecht, dass die Kündigungsfrist erst ab dem Arbeitsantritt zu laufen beginnt.

Haben die Vertragsparteien hingegen eine Probezeit mit kurzer Kündigungsfrist vereinbart, so sprechen keine Anhaltspunkte dafür, dass sie eine Mindestbeschäftigungszeit vorgesehen haben. Die Kündigungsfrist läuft in diesem Fall ab dem Zugang der Kündigungserklärung.

Rechtsanwalt Armin Rudolf
Fachanwalt für Arbeitsrecht