• emotionheader

Höchstarbeitszeit

Die Höchstarbeitszeit an Werktagen (Montag bis Samstag) beträgt 8 Stunden. Dies ergibt sich aus § 3 Satz 1 Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Daraus folgt rechnerisch eine gesetzliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche. Eine Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu 10 Stunden täglich ist zulässig. Folglich kann die Arbeitszeit auf bis zu 60 Stunden pro Woche erhöht werden. Dies gilt aber nur, wenn innerhalb eines Ausgleichszeitraums von 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen die durchschnittliche Arbeitszeit höchstens 8 Stunden beträgt, vgl. § 3 Satz 2 ArbZG.

Der Ausgleichszeitraum von bis zu 6 Kalendermonaten oder 24 Wochen beginnt grundsätzlich mit dem Tag, an dem die Arbeitszeit die Grenze von 8 Stunden überschreitet. Möglich ist aber auch eine vorherige Festlegung des Ausgleichszeitraums durch den Arbeitgeber. Die Tage mit der 8 Stunden übersteigenden und damit ausgleichspflichtigen Arbeitszeit müssen nicht unbedingt am Anfang des Ausgleichszeitraums liegen. Der Ausgleichszeitraum kann vielmehr auch mit Tagen verkürzter Arbeitszeit beginnen.

Die Verteilung der Arbeitszeit in einem Ausgleichszeitraum von 24 Wochen kann im Extremfall zum Beispiel so aussehen, dass die Gesamtarbeitszeit von höchstens 1.152 Stunden (24 Wochen x 6 Werktage x 8 Stunden) auf 115 Werktage à 10 Stunden und einen Werktag à 2 Stunden verteilt wird. Das ist beispielsweise bei einer Tätigkeit von Montag bis Freitag in der Zeit von 08.00 Uhr bis 18.45 Uhr (die Arbeit ist durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 45 Minuten zu unterbrechen, wenn die Arbeitszeit 9 Stunden übersteigt, § 4 Satz 1 ArbZG) der Fall, wenn alle Samstage und vier andere Werktage (insgesamt also 28 Tage) arbeitsfrei sind.

In Tarifverträgen oder in Betriebsvereinbarungen auf tarifvertraglicher Basis können neben der Festlegung eines anderen Ausgleichszeitraums auch noch andere Abweichungen von der vorerwähnten Höchstarbeitszeit zugelassen werden, wenn in die Arbeitzeit regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt. Dies ergibt sich aus § 7 Abs. 1 ArbZG.

Rechtsanwalt Armin Rudolf
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Ritter Gent Collegen, Hannover